Borderline (BPS)

Was ist eine Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS)?

Borderline-Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörungen (BPS), leiden unter Störungen der Affektregulation, also die Unfähigkeit ihre inneren gefühlsmäßigen Zustände zu kontrollieren. Dabei dominieren äußerst unangenehme Spannungszustände, die zuweilen als unerträglich empfunden werden. Um diesen Zustand zu verändern, entwickeln Borderline-Patienten bestimmte Strategien, wie z.B. Selbstverletzungen. Borderliner verletzen sich unter anderem dadurch, in dem sie sich mit Messern oder Rasierklingen in die Haut schneiden oder sich Verbrennungen zuführen. Der Wunsch nach einem Zustand von Ruhe und Geborgenheit verleitet somit Borderline-Patienten zu diesen kurzfristig wirksamen Strategien und ruft in Situationen der Anspannung dieses Muster ab. Das kann zur so genannten „negativen Verstärkung“ führen: Da die Wirkung der Selbstverletzung mit der Zeit nachlässt, schneiden Borderline-Patienten oft häufiger oder tiefer, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Wozu kann das schließlich führen?

Die intensive Anspannung hat eine stress-abhängige Reaktion zufolge, die dazu führen kann, dass sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers bei Borderline-Patienten verzerrt oder gar auflöst. Dieser Zustand wird auch als „Dissoziation“ bezeichnet. Der Körper empfindet keine Schmerzen mehr, manche Betroffene sehen sich wie im Nebel, Geräusche klingen gedämpft und manchmal sind Betroffene nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen oder zu sprechen. Es können auch optische oder akustische Halluzinationen auftreten. Den Borderline-Patienten selbst ist meistens bewusst, dass es diese Stimmen oder Erscheinungen in der Realität nicht gibt und sie vermeiden es, Außenstehenden über diese so genannten „Pseudohalluzinationen“ zu berichten.

Neben den Spannungszuständen verspüren Borderline-Patienten auch intensive aversive Emotionen wie Schuld, Scham, Ohnmacht und Selbstverachtung. Diese Gefühlswelt beeinflusst bei Borderline-Patienten die zwischenmenschliche Interaktion und beeinträchtigt ihr Beziehungsleben. Die großen Schwankungen bei Borderlinern im Selbstwertgefühl erschweren eine zufriedenstellende Beziehung. Die Angst vor dem Verlassenwerden ist ein zentraler Aspekt der Erkrankung und kann ein existentielles Ausmaß annehmen. Häufig besteht eine Ambivalenz, also ein Nebeneinander von Sehnsucht nach Geborgenheit und Zuwendung und stark ausgeprägter Angst vor eben dieser sozialen Nähe. Die ständigen scheinbaren Unsicherheiten im zwischenmenschlichen Bereich, führen wiederum zu Spannungszuständen bei Borderline-Patienten. So erhält sich ein fortlaufender Kreislauf.


Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS)

Bildquelle: Wikipedia

Symptome einer Borderline-Störung oder Borderline-Persönlichkeitsstörung

  • Unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen
  • Impulsivität bei potentiell selbstzerstörerischen Verhaltensweisen
  • Starke Stimmungsschwankungen
  • Häufige und unangemessene Zornausbrüche
  • Selbstverletzungen und Suiziddrohungen/ -versuche
  • Fehlen eines klaren Ichidentitätsgefühls
  • Chronische Gefühle von Leere und Langeweile
  • Verzweifelte Bemühungen, die reale oder eingebildete Angst vor dem Verlassenwerden zu vermeiden
  • Stressabängige paranoide Phantasien oder schwere dissoziative Symptome